KZ - Außenlager in Düsseldorf Rückverlegungsmärsche

Die Düsseldorfer Lager wurden bis zum Schluss intensiv genutzt, während gleichzeitig die Front immer näher an die Stadt heranrückte. Als die US-Amerikaner Anfang März 1945 die linke Rheinseite bei Düsseldorf erreichten, erhielt am 2. März 1945 der Oberleutnant der Schutzpolizei Paul Packebusch den Befehl, die Düsseldorfer Häftlinge nach Buchenwald zurückzubringen. Schon in den Tagen zuvor waren alle Häftlinge im Lager Berta zusammengefast worden. Am Samstag, den 3. März, wurde der Transport zusammengestellt. Es war ein apokalyptisch anmutender Zug, der sich auf den Weg nach Thüringen machte. Packebusch mit fünf Polizeiwachtmeistern und 88 SHD-Wachmännern sollte die rund 1.000 dem Tode nahen Häftlinge bewachen. Hinzu kam die SS-Kommandoführung um Walter Knauf. Die Verpflegung und sonstiges Gut der Lagerleitung waren auf einen nicht fahrfähigen LKW verladen worden, der von den Häftlingen gezogen werden mussten. Nach acht Tagen erreichte die Kolonne das Lager Buchenwald. Von dort kehrte die Wachmannschaft nach Düsseldorf zurück.

Zu Fuß ging der Rückmarsch zunächst Richtung Erkrath und Hochdahl, wo das Kommando übernachtete. In Höhe der dortigen Eisenbahnüberquerung geriet der Transport in einen Luftangriff. Nach Aussage begleitender Polizisten galt der Angriff aber nicht der Kolonne, sondern einem vorbeifahrenden Zug auf der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Wuppertal. Den Angriff nutzten vier Häftlinge zur Flucht. Zwei kamen allerdings bei dem Luftangriff durch eine Bombe ums Leben, die anderen beiden wurden schwer verletzt. Sie starben in der folgenden Nacht. Die Umstände lassen vermuten, dass sie nachts durch die Bewachung ermordet wurden.

Am Morgen zog das Kommando weiter nach Burg an der Wupper, das sie am späten Abend erreichte. Knauf trieb die Häftlinge mit Schlägen mit dem Gummischlauch an, wenn sie die ständigen Steigungen auf dem Marsch ins Bergische nicht schnell genug bewältigten. In Burg kam es auch zu Spannungen zwischen den SHD-Männern einerseits und Packebusch und der SS auf der anderen Seite.

Knauf und Packebusch, die den SHD-Wachmännern sogar mit Militärgerichten drohten, sahen sich gezwungen, in Burg eine zweitätige Ruhepause einzulegen. Danach ging es nach Wermelskirchen, wo Güterzüge requiriert werden konnten.

Per Zug erreichten die Häftlinge dann Buchenwald. Damit war das Leiden der Häftlinge noch nicht vorüber. Im Konzentrationslager Buchenwald waren Anfang April 1945 rund 47.500 Menschen inhaftiert. Ungefähr 28.000 Menschen wurden zwischen dem 7. und 10. April 1945 in Richtung der Konzentrationslager Dachau, Flossenbürg und Theresienstadt auf weitere „Todesmärsche“ geschickt. Als sich am 11. April amerikanische Truppen dem Lager näherten, kam es zum Aufstand der Häftlinge gegen die wenigen noch nicht abgezogenen SS-Männer. Das Lager war befreit.