KZ - Außenlager in Düsseldorf Das Projekt

Jedem sind die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau ein Begriff. Aber nur Wenigen ist bekannt, dass insgesamt ungefähr 730 sogenannte KZ-Außenlager während der Zeit des Nationalsozialismus entstanden. Sie waren Ableger der großen Konzentrationslager wie Buchenwald oder Sachsenhausen. Zwischen 1942 und 1945 existierten in Düsseldorf fünf solcher Lager, die seit langem in Vergessenheit geraten sind. Dies möchte dieses Projekt ändern.

Das Projekt „Erinnerungszeichen KZ-Außenlager“ der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf wurde von acht Schulen aus den betroffenen fünf Stadtbezirken unterstützt. Mit diesem Projekt soll die Erinnerung an dieses Kapital der Düsseldorfer Stadtgeschichte während des Nationalsozialismus wachgehalten werden. Dabei übernahmen fünf Schulen aus der Nähe der historischen Standorte die Aufarbeitung je eines Lagers. Zudem steuerte das Suitbertus-Gymnasium auch die Überblickstexte bei. Die drei Düsseldorfer Berufskollegs Albrecht-Dürer, Franz-Jürgens und Heinrich-Hertz übernahmen gestalterische und koordinierende Aufgaben.

Das Außenlager Stoffeln mit bis zu 600 Gefangenen wurde vom Geschwister-Scholl-Gymnasium untersucht. Die Häftlinge dieses Lagers wurden zur Trümmerbeseitigung nach Luftangriffen eingesetzt.

In Kalkum befand sich ebenfalls ein Außenkommando beim Bombenräumkommando Kalkum. Hier war die Aufgabe, Bombenblindgänger nach Luftangriffen zu bergen. Anders als bei den anderen KZ-Außenlagern in Düsseldorf wurden die Häftlinge hier nicht vor Ort untergebracht, sondern per LKW vom Lager Kirchfeldstraße in Friedrichstadt in ihr Einsatzgebiet gebracht. Das Suitbertus-Gymnasium hat dazu gearbeitet.

Zudem gab es die Außenlager Berta I und II, die insgesamt etwa 1.000 Häftlinge fassten. Das Leibniz-Montessori- und das Goethe-Gymnasium haben sich mit deren Geschichte befasst. Die Häftlinge arbeiteten hauptsächlich für die geheime Rüstungsproduktion von Rheinmetall.

In der Schule auf der Kirchfeldstraße 74-80 befand sich ebenfalls ein KZ-Außenlager. Neben den Häftlingen des Kalkumer Außenkommandos war hier ein Lager des SS-Unternehmens Deutsche Erd- und Steinwerke mit ca. 200 Häftlingen untergebracht, die ebenfalls bei der Trümmerbeseitigung eingesetzt wurden. Dieses Themas hat sich die Dumont-Lindemann-Schule angenommen, die hier eine Dependance unterhält.

Die Idee des Erinnerungszeichens haben die Schüler und Schülerinnen der fünf inhaltlich arbeitenden Schulen entwickelt. Konkretisiert und in Produktionsreife gebracht wurde es vom Franz-Jürgens-Berufskolleg.

Verantwortlich für die Gestaltung und Umsetzung der Website war das Albrecht-Dürer-Berufskolleg.

Das Heinrich-Hertz-Berufskolleg plante die zentrale Veranstaltung im Düsseldorfer Rathaus am 1. September 2017.

Für die fotographische und filmische Dokumentation zeichnete Günther Otten verantwortlich.

Das Projekt wurde im Auftrag der Mahn- und Gedenkstätte von Dr. Peter Henkel und Astrid Wolters, M.A. organisiert und betreut.

Zum Thema erschienen:

Peter Henkel, Die Düsseldorfer KZ-Außenlager: Einsatz von KZ-Häftlingen in Düsseldorf zwischen 1942 und 1945. Kleine Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Bd. 6, Düsseldorf 2016

Gefördert wurde das Projekt durch die Bezirksvertretungen 1,2, 3 und 5, die Grafental GmbH und die Rheinmetall AG.

Unterstützt wurde es durch die Druckerei Berking KG, Sign Factory Werbetechnik, raumgefährten Melanie Eigenrauch GbR, G. Kitzinger Metallbau GmbH.