KZ - Außenlager in Düsseldorf System der Außenlager

Die Konzentrationslager gehörten schon unmittelbar nach der Machtübernahme zum Herrschaftssystem der nationalsozialistischen Diktatur. Schon am 22. März 1933 wurde rund 20 Kilometer nordwestlich von München das KZ Dachau eingerichtet. Neben den aus rassischen und politischen Gründen Inhaftierten und später „Unruhestiftern“ und „Arbeitsbummelanten“, also Menschen, denen man kein wirkliches Verbrechen nachweisen konnte, kamen ab Kriegsbeginn auch in sehr großem Umfang Menschen aus den von den Deutschen besetzten Gebieten hinzu. Die Motive für ihre Inhaftierung waren nicht trennscharf. Neben Ausländern, die als politische Häftlinge eingeordnet worden waren, weil sie sich in ihrem Heimatland in der Regel in politisch linken Parteien engagiert hatten, kamen zunehmend auch hier rassische Gründe zum Tragen und trafen in erster Linie Polen, Ukrainer, Weißrussen und Russen. So stieg die Häftlingszahl in den Konzentrationslagern von rund 21.000 vor Kriegsbeginn auf 100.000 im März 1942. Schon früh hatte die SS erkannt, diesen Menschenpool nicht nur einzusperren und zu ermorden, sondern ihn auch für die eigenen wirtschaftlichen Interessen einzusetzen. Die Häftlinge waren billige Arbeitssklaven.

Speziell für die Rüstungsindustrie wurden so die Konzentrationslager zu einem ergiebigen Arbeitskräftereservoir. Auch für die Trümmerbeseitigung in den zunehmend zerbombten Städten wurde der Einsatz von KZ-Häftlingen aus den so genannten Außenlagern zu einem wesentlichen Merkmal.

Der Arbeitseinsatz der Häftlinge erfolgte durch Anforderung von Unternehmen und Kommunen, die einen zusätzlichen Arbeitskräftebedarf hatten. Das Geschäft lohnte sich für die SS, da sie viele Kosten direkt auf die anfragenden Unternehmen abwälzte. So musste der Betrieb auf eigene Kosten ein Lager in seiner Nähe errichten, für dessen Unterhalt, Verpflegung und Ausstattung er ebenso zuständig war wie für die Unterbringung und Verpflegung der SS-Wachmannschaft. Zudem musste für die eingesetzten Häftlinge ein Stundenlohn gezahlt werden. Die Zahl der in diesem Zusammenhang entstehenden KZ-Außenlager nahm stetig zu und dürfte bei 730 Lagern gelegen haben.