KZ - Außenlager in Düsseldorf Lager Berta II

Als Nebenlager zu Berta I bestand ab dem 1. September 1944 das Lager Berta II oder auch Rheinmetall-Borsig genannt. In der Kommandostruktur entsprach es Berta I, auch hier fungierte Walter Knauf als Kommandoführer, die Aufsicht vor Ort lag beim Oberleutnant der Schutzpolizei Paul Packebusch. Als Lager diente das Kellergeschoss einer Halle an der Rather Str. 31 in Derendorf. Die Anzahl der dort untergebrachten Häftlinge variierte zwischen 270 (23. Oktober 1944) und 259 (13. Januar 1945). Auch die Arbeits- und Haftbedingungen waren mit Berta I vergleichbar. Die Krankenrate war sehr hoch. So mussten am 28. November 1944 wegen Tuberkulose 19 Häftlinge zurück nach Buchenwald geschickt werden.

Die Misshandlungen unterschieden sich ebenfalls kaum, Schläge mit dem Gummischlauch waren die Regel. So soll im Januar 1945 einem Häftling das Essen vor die Füße des Kapos gefallen sein. Der anwesende Knauf befahl daraufhin, die anwesenden 50 bis 60 Häftlinge mit jeweils 50 Schlägen zu bestrafen. Ein Disziplinarverfahren gegen einen Wachmann des Lagers beschreibt eindringlich die zwanghaften Versuche, während der letzten Kriegsmonate in einer zunehmend chaotischen Situation die Disziplin aufrecht zu erhalten.

Der Wachtmeister der Luftschutzpolizei Wilhelm Schroers aus Süchteln hatte am 16. November 1944 nachts seinen Wachtposten bei der Unterkunft der KZ-Häftlinge im Lager Berta II für wenige Minuten verlassen. Darüber wurde ein siebenseitiger Disziplinarvorgang angelegt. Dabei ging es weniger um seine Abwesenheit, als vielmehr um sein Benehmen gegenüber seinem Vorgesetzten. Schroers habe ihm „in ungebührender Form geantwortet“, zudem sei sein Verhalten „mit Manneszucht unvereinbar!“. Das Verfahren gegen Schroers zog sich bis ins neue Jahr in die Länge. Er wurde letztendlich im Januar 1945 zu drei Tagen gelindertem Arrest verurteilt.

Am 2. März 1945 erhielt Packebusch den Befehl, das Lager am nächsten Tag zu schließen und sich zusammen mit den Häftlingen von Berta I auf den Rückweg nach Buchenwald zu machen.